Ausländer, welche in die Schweiz ziehen, unterliegen, zumindest am Anfang, dem Lohnsteuersystem, das heisst einer Quellensteuer auf das Arbeitseinkommen. Dieses System hat erhebliche Vorteile, aber auch einige Tücken.

Ausländer, welche in der Schweiz steuerpflichtig sind, verschenken Geld, indem sie ihre Steuerabzüge, in der Steuererklärung 2020, nicht in Anspruch nehmen. Das dies durch eine helfende Hand sehr einfach ist und welche Abzüge möglich sind, zeigt nun dieser Artikel.

In vielen Fällen wird die Situation dadurch korrigiert, dass auch eine Steuererklärung abgegeben werden muss, die das tatsächliche Einkommen und die Abzüge enthält.

Wer keine Steuererklärung 2020 abgeben muss in der Schweiz

Ist man Quellensteuerpflichtig und das jährliche Erwerbseinkommen liegt unter CHF 120‘000.- (in Genf sogar unter CHF 500‘000.-) oder man ist im Ausland wohnhaft, ist die Abgabe einer Steuererklärung nicht erforderlich oder sogar gar nicht möglich. Dies trifft z.B. auf Wochenpendler, welche in der Schweiz tätig sind, zu.

Grenzgänger unterliegen der Quellensteuer und häufig wird in einer solchen Situation die abgezogene Quellensteuer als endgültige Belastung akzeptiert.

Dies ist nicht wirklich falsch, da im Steuertarif Standardabzüge vorgesehen sind (z.B. Versicherungsabzug, Berufskostenabzug usw.), weshalb nur in Ausnahmefällen ein zusätzlicher Steuerabzug erlaubt ist.

Solche Ausnahmesituationen treten jedoch viel häufiger auf als man denkt, weshalb es sich empfiehlt weitere Abzüge in Anspruch zu nehmen.

7 Steuerabzüge, welche oft vergessen gehen

Wie bereits erwähnt, sind die Standardabzüge im Quellensteuertarif mit einbezogen.  Auf der anderen Seite gibt es Kosten, die nur bei bestimmten Personen entstehen, deshalb werden sie auch nicht im Tarif berücksichtigt.

Die wichtigsten sind:

  1. Säule 3a Beiträge oder Rückkäufe in die 2. Säule der Schweiz
  2. Unterhaltszahlungen
  3. Kosten für das wöchentliche Pendeln (doppelte Unterbringung, Transport)
  4. Abzüge von Schuldzinsen
  5. Spenden
  6. Ausbildungskosten
  7. Kinderbetreuungskosten

Wer in die Säule 3a der Schweiz einzahlt, kann sich mit einer Einzahlung von CHF 6’000.- pro Jahr, gleich mal über eine Steuereinsparung von ca. CHF 1’000.- freuen. Der Maximalbeitrag der Säule 3a, den man in der Steuererklärung 2020 abziehen kann, ist mit Pensionskassenanschluss CHF 6‘883.- Für Selbstständigerwerbende ohne Pensionskasse sogar CHF 34‘416.-

Diesen Steuervorteil erhält nur, wer die Einzahlung in der Steuererklärung 2020 angibt. Nicht nur gibt es dann keine Vorteile, sondern kann sogar dazu führen das es zu einer teilweisen Doppelbesteuerung kommt, da das Geld beim Bezug (wieder) steuerpflichtig ist.

Das passiert nämlich weil auf Säule 3a Beiträge bei Bezug wieder Steuern anfallen, jedoch zu einem geringeren Prozentsatz. Hat man die Einzahlung nicht in der Steuererklärung angegeben, wird man vom Staat sozusagen doppelt besteuert.

Wenn solche Kosten anfallen und diese nicht über eine Steuererklärung geltend gemacht werden können, ist es wichtig, vom sogenannten „Quellensteuerberichtigungsverfahren“ Gebrauch zu machen.

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Die Quellensteuerberichtigung

Ziel dieses Verfahrens ist es, eine einfache Möglichkeit zu bieten, wie eine Besteuerung, die die tatsächliche Finanzkraft widerspiegelt, erreicht werden kann.

Die meisten Kantone stellen auf ihrer Homepage eine Übersicht zur Verfügung, welche Kosten geltend gemacht werden können und welche Unterlagen dazu notwendig sind. Als Beispiel stellt die Zürcher Steuerverwaltung ein Formular zur Verfügung, das wie folgt aufgebaut ist:

  • Persönliche Angaben
  • Eine Zusammenfassung des Einkommens
  • Liste der spezifischen Abzüge

Alle erlaubten Abzüge sind aufgelistet, einschließlich der Information, welcher Betrag bereits im Tarif berücksichtigt ist, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen um den Abzug zu erhalten und welche Belege vorzulegen sind.

Wenn jemand, der in Zürich Steuern zahlt, Kosten für die Kinderbetreuung (Kinderkrippe oder ähnliches) trägt, können diese Kosten über das Quellensteuerberichtigungsverfahren geltend gemacht werden.

Ein Betrag für solche Kosten ist im Tarif nicht enthalten. Die Steuerverwaltung verlangt folgende Unterlagen: Zahlungsnachweis, Kopie der Geburtsurkunde mit Angabe der Namen der Eltern und Auflistung der Kosten.

Quellensteuer rückerstatten – Die Prozedur

Wer abzugsfähige Kosten angeben möchte, muss den Antrag vor dem 31. März des auf das Steuerjahr folgenden Jahres einreichen (z.B. 31. März 2021 für das Steuerjahr 2020). Diese Frist kann nicht verlängert werden, einige wenige Kantone bieten manchmal Ausnahmen an.

Um die Vergünstigungen in Anspruch zu nehmen, muss das ausgefüllte Gesuch mit den kompletten erforderlichen Unterlagen an die Steuerverwaltung gesendet werden. Es kann sein, dass zusätzliche Informationen erforderlich sind, aber in diesem Fall würden die Behörden ein entsprechendes Gesuch senden.

Solch eine Prozedur kann zwei Jahre in Anspruch nehmen, bis die Behörden eine Einschätzung abgeben und die Zahlung leisten. Jedoch hat man nichts zu verlieren und bei hohen Kostenpunkten kann sich dies sehr positiv auf die jeweiligen Finanzen auswirken.

Steuererklärung 2020– Die Tücken

Beim Quellensteuerberichtigungsverfahren kann der Antragsteller nur gewinnen. Es werden zusätzliche Abzüge geltend gemacht – werden sie akzeptiert, ist die Steuerlast niedriger, was zu einer Rückerstattung führt, wird es nicht akzeptiert, gibt es keine zusätzliche Steuer.

Unter folgenden Umständen kann die Forderung nach einer Quellensteuerberichtigung jedoch nachteilig sein:

  • Ab 2016 wurden die Kosten, die für das Pendeln abgezogen werden können, reduziert. Wer einen Firmenwagen fährt, läuft Gefahr, dass es durch neue Regelungen zu einem noch höheren steuerpflichtigen Einkommen kommen kann.
  • Es gibt zusätzliche Regeln, die die Abzugsfähigkeit einiger der oben genannten Posten einschränken können: Wenn beide Eltern arbeiten, können sie in vielen Kantonen die Kinderbetreuungskosten geltend machen.

Ajooda’s Fazit

Wer die Steuererklärung 2020 nicht einreicht, verpasst möglicherweise lukrative Steuervorteile. Denn vor allem durch professionelle Hilfe ist es einfach, alle Kostenpunkte korrekt anzugeben und die Chance massgeblich zu erhöhen, die gewünschten Steuerabzüge genehmigt zu bekommen.

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