Gesundheitssystem Schweiz – Das Krankenversicherungssystem scheint unendlich komplex, doch wir zeigen auf wie einfach es sein kann, wenn man nur weiss auf welche Punkte zu achten ist. Da die Krankenversicherung obligatorisch ist, ist es von Vorteil wenn man den Überblick behalten kann.

In den letzten Jahren sind die Krankenversicherungsprämien in die Höhe geschossen. Und leider immer noch zahlen viel zu viele Schweizer Bürger viel mehr als sie eigentlich sollten. Dabei kann eine kostenlose Analyse der Bedürfnisse ganz schnell aufzeigen, wo zu viel bezahlt wird und wo durch Einsparungen mehr Geld für leckeres Essen oder schöne Ausflüge übrig bleibt.

Wir werden in dem Artikel hauptsächlich auf die Grundversicherung eingehen, denn die Zusatzversicherungen sind so vielfältig, das hier ein 50-seitiger Text entstehen könnte.

Das Krankenversicherungssystem

Es gibt zwei Deckungsebenen:

  • Die Grundversicherung ist für jeden in der Schweiz wohnhaften Bürger obligatorisch. Denn sie deckt die üblichen Gesundheitskosten, wie Arzt und Spitäler.
  • Die Zusatzversicherungen sind nicht obligatorisch. Es gibt viele verschiedene Zusatzversicherungen. Zum Beispiel eine private Spitalversicherung, eine Zahnversicherung, eine Augenversicherung usw.

Unabhängig vom Anbieter ist die Grundversicherung durch das Krankenversicherungsgesetz (KVG) geregelt und muss deshalb die exakt gleichen Leistungen bieten. Da es viel zu viele Anbieter gibt, macht es die Sache komplizierter, als sie eigentlich ist.

Die Zusatzversicherung ist von Anbieter zu Anbieter völlig unterschiedlich. Auch zwei Zahnversicherungen können von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich sein. Das macht es sehr schwierig, solche Versicherungen zu vergleichen.

Krankenversicherung wechseln

Ein Wechsel der Krankenkasse ist jährlich erlaubt. Jedoch muss die Kündigung bei der bisherigen, wahrscheinlich überteuerten Krankenversicherung, bis Ende November beim Versicherer eintreffen.

Währenddessen gilt bei den Zusatzversicherungen eine sechsmonatige Kündigungsfrist.

Ein Versicherer muss jeden Antragsteller in die Grundversicherung aufnehmen und kann diesen nicht verweigern. Ein Versicherer kann eine Person nicht ablehnen, weil der Versicherungsschutz zu teuer wäre! Hingegen kann der Antrag auf Zusatzversicherung sehr wohl verweigert werden.

11 häufigsten Kosten die durch Grundversicherung abgedeckt werden

  1. Krankenhausbesuche, Interventionen und Notfallbehandlungen. Für Krankenhausaufenthalte gilt eine tägliche Gebühr von CHF 15.- welche man selber tragen muss.
  2. Allgemeine Behandlungen durch Ärzte. Viele Spezialbehandlungen sind hier jedoch ausgeschlossen.
  3. Verschreibungen durch den Arzt
  4. Geburtenkosten und Abtreibungen
  5. Mammographien und Darmkrebsvorsorgeuntersuchungen für Menschen über 50
  6. Gynäkologische Untersuchungen
  7. Brillen und Kontaktlinsen für Kinder bis 18 Jahre (bis maximal CHF 180.- pro Jahr abgedeckt)
  8. Notfall-Zahnbehandlungen. Dies ist bei schwerwiegenden Problemen sehr restriktiv
  9. Psychotherapie unter bestimmten Bedingungen
  10. Häufigste Impfungen
  11. Einige alternative Therapien, wie Akupunktur und Homöopathie. Dies wird jedoch nur dann abgedeckt, wenn ein akkreditierter Spezialist dies tut. Und selbst dann gibt es einige Bedingungen.
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Wie wird es abgedeckt?

Zunächst einmal hat jede Versicherung eine Franchise. Alle Ausgaben unterhalb der Franchise sind nicht gedeckt. Wenn die Franchise CHF 300.- (die niedrigste) beträgt, müssen die ersten CHF 300.- der medizinischen Kosten bezahlen werden, bevor die Versicherung etwas abdeckt.

Aber auch nach der Franchise gibt es noch einen Teil, der selbst bezahlt werden muss, nämlich den Selbstbehalt. Für alles, was von der Versicherung zurückerstattet wird, muss 10% davon selbst bezahlt werden.

Dies jedoch nur bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von CHF 700.- für Erwachsene und CHF 350.- für Kinder. Dieser Selbstbehalt gilt nicht für Mutterschaftsgebühren. Der Selbstbehalt beträgt 20% auf Medikamente, zu dem es ein günstigeres Medikament auf dem Markt gibt, wie z.B. Generika.

Wer bezahlt die Rechnung zuerst?

Hierbei gibt es 2 Varianten:

  • Indirekte Schadensregulierung (Tiers Garant): Der Arzt schickt dem Versicherungsnehmer die Rechnungen und der bezahlt sie anschliessend selbst. Darauf sendet man die Rechnungen an die Krankenversicherung, welche den Betrag zurückerstattet
  • Direkte Schadenregulierung (Tiers Payant): Der Arzt schickt die Rechnungen direkt an die Krankenversicherung und die Versicherung übernimmt die Kosten für den Versicherungsschutz. Anschliessend schickt sie dem Versicherungsnehmer die Rechnung für den Selbstbehalt.

Krankenhausgebühren sind meist sehr teuer und fallen deshalb meist sofort in die Direkte Schadenregulierung, um die finanzielle Situation des Versicherungsnehmers nicht zu gefährden.

Was ist nicht gedeckt?

Unfälle werden nicht durch die Krankenversicherung, sondern durch die Unfallversicherung gedeckt.

Allgemein muss man im eigenen Staat behandelt werden. Wird man in einem anderen Staat verletzt muss man, falls möglich, in die Schweiz zurückverlegt werden.

Die Grundversicherung deckt nichts ausserhalb der Schweiz und der Europäischen Union! Die Kosten sollten in der Europäischen Union gedeckt werden. Verlässt man die Schweiz oder die EU für zum Beispiel Ferien, lohnt sich eine temporäre Reiseversicherung, welche meist sehr günstig sind.

Welche Franchisen gibt es?

Die Franchise ist jener Betrag, welcher zuerst bezahlt werden muss, bevor die Versicherung etwas abdeckt. Wenn der Selbstbehalt zum Beispiel CHF 2‘000.- im Jahr beträgt und sich die Gesundheitskosten auf CHF 1‘900 CHF belaufen, deckt die Versicherung noch nichts ab.

Es gibt folgende Franchisen:

ErwachseneKinder
300 Fr. 0 Fr.
500 Fr. 100 Fr.
1000 Fr. 200 Fr.
1500 Fr. 300 Fr.
2000 Fr. 400 Fr.
2500 Fr. 500 Fr.
600 Fr.

Folglich je höher die Selbstbeteiligung desto tiefer die monatliche Prämie der Krankenversicherung.

Um eine Auswahl zu treffen, muss abgeschätzt werden wie hoch die Gesundheitsausgaben sein werden. Bei so vielen Selbstbeteiligungsmöglichkeiten klingt es kompliziert, die beste auszuwählen.

Jedoch kann man sich einfachheitshalber merken, dass nur der Selbstbehalt von CHF 300.- (bei Erwartung von hohen Gesundheitskosten) oder der Selbstbehalt von CHF 2‘500.- (bei Erwartung von tiefen Gesundheitskosten) sinnvoll ist. Denn die anderen lohnen sich rechnerisch schlichtweg nicht.

Welches Versicherungsmodell?

Nicht jede Versicherung bietet alle an, aber es stehen vier Versicherungsmodelle zur Verfügung:

  1. Das Standardmodell.
  2. Hausarzt-Modell.
  3. Telmed-Modell
  4. HMO-Modell.

Diese Modelle haben genau die gleiche Abdeckung. Der Unterschied besteht lediglich darin, was er tun muss wenn er einen Arzt aufsuchen möchte.

Selbstverständlich kann man im Notfall direkt zu einem Arzt oder ins Krankenhaus gehen. Diese Einschränkungen beziehen sich nur auf die üblichen Gesundheitsanliegen.

Das Standard-Krankenversicherungsmodell

Hierbei kann man direkt zu jedem beliebigen Arzt gehen und man kann den Arzt wechseln, ohne die Versicherung zu informieren. Dieses Modell ist das teuerste.

Das Hausarzt-Modell

Beim Hausarztmodell hat der Kunde einen zugeordneten Arzt. Dieser Arzt muss, ausser im Notfall, zuerst besucht werden, bevor man zum Spezialisten überwiesen wird.

Dieses Modell ist zwischen 10% und 20% günstiger als das Standardmodell.

Das Telmed-Krankenversicherungsmodell

Beim Telmed-Modell muss vor dem Arztbesuch ein medizinisches Callcenter angerufen werden. Dieses wählt dann je nach Anliegen den Arzt aus, zu dem man gehen muss, entweder zum Spezialisten oder einen Generalisten.

Dieses Modell ist auch zwischen 10% und 20% günstiger als das Standardmodell.

Das HMO-Krankenversicherungsmodell

Hierbei muss ein bestimmtes Gesundheitszentrum aufgesucht werden. Es gibt keinen zugeordneten Arzt, sondern ein zugeordnetes Gesundheitszentrum, weshalb es hierbei oft einen Arztwechsel geben wird. Da es noch nicht so viele Gesundheitszentren gibt, kann es sein das man 30-40min ins nächst gelegene reisen muss.

Dieses Modell ist in der Regel das günstigste, wird jedoch nicht von allen Krankenkassen angeboten.

Gesundheitssystem Schweiz – Unfallversicherung nötig?

Die Basiskrankenversicherung und die Unfallversicherung sind eng miteinander verbunden. Denn auch die Unfallversicherung ist in der Schweiz obligatorisch. Die Unfallversicherung muss bei der Krankenkasse abgeschlossen werden.

Das Gesundheitssystem der Schweiz sorgt dafür das Arbeitnehmer automatisch in der Unfallversicherung untergebracht werden. Darüber hinaus ist jeder der mindestens acht Stunden pro Woche erwerbstätig ist, gleich in der Nichtberufsunfallversicherung untergebracht.

Lediglich Arbeitslose müssen diese bei Ihrer Grundversicherung beantragen. Diese sind jedoch sehr günstig und bieten überall den gleichen Versicherungsschutz.

Wie Krankenversicherungsprämien sparen?

Es lässt sich nicht leugnen, dass die Krankenversicherung in der Schweiz sehr teuer ist. Für die meisten macht sie etwa 15% des Budgets aus. Manche Leute geben bis zu 20% ihres Budgets für die Krankenversicherung aus. Und jedes Jahr steigen die Preise!

1. Nicht zögern die Versicherung zu wechseln

Vergleiche anfordern und jährlich wechseln, heisst heutzutage bei den meisten Versicherungsnehmern die Devise. Denn das Gesundheitssystem Schweiz profitiert davon dass die Grundversicherung durch das Krankenversicherungsgesetz (KVG) überall gleich ist.

Wer mehrere hundert Franken pro Jahr sparen kann, für den gibt es keinen Grund die Grundversicherung nicht zu wechseln, es sei denn die günstigste Versicherung bietet einen miserablen Service und eine zu langsame Abwicklung der Rückerstattungen etc.

2. Wählen Sie das für Sie beste Modell und die beste Selbstbeteiligung

  • Das Versicherungsmodell je nach Bequemlichkeit und Umgebung wählen. Das Gesundheitssystem der Schweiz bietet vor allem in Städten, Zugang zu vielen Gesundheitszentren. Ist ein gutes in der Nähe dann spricht nichts dagegen, sonst auf Hausarzt- oder Telemed-Modell zurückgreifen.
  • Entweder die höchste oder tiefste Franchise wählen

3. Prämien im Voraus zahlen

Die meisten Versicherungen bieten 2% Rabatt wenn man die monatlichen Gebühren zu Beginn des Jahres auf einmal bezahlt.

4. Nach Zuschüssen zur Krankenversicherung fragen

Wenn das Einkommen niedrig ist, hat man möglicherweise Anspruch auf Unterstützung durch den Bezirk oder Staat. Wenn das Einkommen unter einer bestimmten Schwelle liegt, werden in manchen Fällen sogar alle Versicherungsrechnungen übernommen. Wer mehrere Kinder hat und über ein mittleres Einkommen verfügt, für den kann dies ein Segen sein.

5. Achten Sie auf mögliche Ermässigungen

Einige Versicherer bieten bestimmte Ermässigungen, wie z.B. wenn man immer nur zu einer bestimmten Apotheke geht oder regelmässig das Fitnessstudio besucht.

Die Ermässigungen sind sehr unterschiedlich, weshalb es sich lohnt nachzufragen.

Gesundheitssystem Schweiz – Welche Krankenversicherung wählen?

Wie oben angesprochen sind die Leistungen der Grundversicherung, zum Schutz vom Gesundheitssystem Schweiz, bei allen Versicherungen gleich. Deshalb könnte man nun meinen, dass man mit der günstigsten Variante auf jeden Fall sicher ist.

Jedoch sollte man hinterfragen wieso eine Versicherung viel günstiger ist. Haben sie genug Personal, wie gut sind die Prozesse abgestimmt, wie schnell Erfolgen Rückerstattungen, wie gut ist der Kundenservice, wie viele Ärzte stehen zur Auswahl? etc.

Hierbei können unsere Versicherungsspezialisten Abhilfe schaffen, welche jahrelang Erfahrung mit verschiedensten Versicherungsgesellschaften haben und die Vor- sowie Nachteile jeder einzelnen kennen.

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