In der Schweiz muss jeder Fahrzeughalter über eine Autoversicherung verfügen. Ohnehin würde fast niemand sein geliebtes Fahrzeug den potentiellen Risiken einfach so schutzlos ausliefern lassen.

Jedoch machen die Versicherungsgesellschaften die Autoversicherung nicht gerade leicht verständlich.

Es gibt mehrere verschiedene Versicherungsstufen für Fahrzeuge, dennoch ist nur eine Stufe obligatorisch.

Dagegen gibt es sogar einige Optionen, welche in der Praxis komplett nutzlos sind. Aber die Versicherungsgesellschaften werden immer versuchen, dem Kunden, so viele Optionen wie möglich aufzuschwatzen.

In diesem Beitrag wird auf die Einzelheiten des Autoversicherungssystems in der Schweiz eingegangen. Es wird geschaut, welche verschiedenen Versicherungsstufen existieren und welche verwendet werden sollten.

Dieser Artikel zeigt auf welche Punkte zu beachten sind und wie die Kosten effektiv gesenkt werden können, natürlich ohne Leistungseinbussen.


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Autoversicherung in der Schweiz

In der Schweiz gibt es viele Arten von Autoversicherungen. Sie sind in folgende Kategorien unterteilt:

Von diesen drei Versicherungskategorien ist nur die Haftpflichtversicherung obligatorisch, alle andern sind freiwillig.

Trotzdem ist es oft sinnvoll, eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abzuschliessen.

Eine kleine bei der Versicherungspflicht gibt es dennoch, nämlich beim Leasing. Wurde das Fahrzeug geleast, ist die Vollkaskoversicherung obligatorisch. Dies ist ein Nachteil des Fahrzeugleasings.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Optionen, die ein Kunde zur Deckung hinzufügen kann.

Ebenfalls hat jede dieser drei Kategorien auch unterschiedliche Selbstbeteiligungen sowie Deckungen.

Im Gegensatz zur Krankenversicherung, müssen alle Deckungsstufen beim gleichen Versicherer abgeschlossen werden.

In diesem Artikel wird in Betracht gezogen, dass der Kunde ein Auto mit Schweizer Nummernschildern hat.

Wenn die Person jedoch ein Auto mit ausländischen Nummernschildern hat, braucht er keine Schweizer Autoversicherung. Sie ist aber für jedes in der Schweiz zugelassene Fahrzeug obligatorisch.

Die Haftpflichtversicherung

Eine Haftpflichtversicherung oder zivilrechtliche Haftung ist für jeden Autobesitzer in der Schweiz obligatorisch.

Diese Versicherung deckt den Schaden, der anderen zugefügt wird. Wenn man beispielsweise mit einem anderen Auto zusammenstösst, wird der Schaden am anderen Fahrzeug durch die Haftpflichtversicherung gedeckt.

Dasselbe gilt, wenn man jemanden verletzt. Die Versicherung deckt die medizinischen Kosten der Person und dessen Genesung.

Diese Versicherung deckt in der Regel eine beträchtliche Geldsumme ab. Da das Gesetz diese Versicherung festlegt, wird jede Versicherung fast die gleichen Bereiche abdecken.

Eine Sache, in der sich die Versicherung unterscheiden kann, ist der Selbstbehalt.

Selbstbehalt

  • CHF 1‘000.- für Fahrer unter 25 Jahren
  • CHF 500.- für Fahrer, die den Führerschein in den letzten zwei Jahren erworben haben

Die meisten Versicherungen verlangen keinen Selbstbehalt für alle anderen Fahrertypen.

Jedoch legen einige Versicherungen eine Franchise von 500 CHF oder sogar 1000 CHF als Basis fest.

Geht der Fahrer davon aus das er nicht in Kollisionen involviert sein wird, dann reicht eine Teilkaskoversicherung aus.

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Teilkaskoversicherung

Eine Teilkaskoversicherung ist optional, jedoch sehr empfehlenswert.

Diese deckt folgende Schäden ab:

  • Kollision mit Tieren
  • Schäden an Fenstern
  • Marderschäden
  • Diebstahl des Fahrzeuges
  • Vandalismus
  • Diebstahl oder Beschädigung persönlicher Gegenstände im Fahrzeug

Die genauen Deckungsbedingungen hängen von der jeweiligen Versicherung ab. Und jede Versicherung wendet für jede Kategorie einen anderen Selbstbehalt an.

Wenn das Auto älter ist, hängt es stark davon ab, wo das Fahrzeug geparkt wird. Wenn das Auto immer draussen geparkt wird, kann es trotzdem eine gute Idee sein, diese Versicherung beizubehalten.

Marderschäden sind ein oft unterschätztes Ärgernis und kommen öfter vor als einem lieb ist. Ist das Fahrzeug draussen geparkt, ist dies ein echtes Risiko.

Parkt man das Fahrzeug hingegen draussen, kann unter Umständen auch auf solch einen Schutz verzichtet werden, sofern das Fahrzeug älteren Baujahres ist.

Aber Achtung. Hat man eine Garage zu Hause, jedoch keine beim Arbeitsplatz, besteht immer noch Gefahr durch Marder oder beispielsweise Hagel.

Unbedingt beachten: Einige Versicherungen haben Ihre eigenen Sonderbedingungen bzw. kommen in manchen Fällen nicht für Schäden auf, deshalb Vertrag genau lesen oder sich gut beraten lassen.

Vollkaskoversicherung

Vollkasko ist sehr empfehlenswert, wenn das Fahrzeug jünger als 5 Jahre ist. Ausserdem ist Vollkasko beim Leasen in der Schweiz sogar Pflicht.

Diese deckt folgende Schäden ab:

  • Alle Leistungen der Teilkaskoversicherung
  • Sämtliche Schäden am eigenen Fahrzeug (auch selbstverschuldete)
  • Parkschaden (optional als Zusatzversicherung)

Die Fahrzeug-Haftpflicht sowie Teilkaskoversicherung übernehmen keine Kosten für Schäden welche durch Eigenverschuldung entstehen, wie z.B. Zusammenprall mit einer Parksäule.

Ein eigenverschuldeter Unfall kann sogar Totalschaden für das Fahrzeug bedeutet, weshalb sich vor allem bei neueren Fahrzeugen die Vollkaskoversicherung lohnt.

Sind des Öfteren andere Lenker, wie Freunde oder Verwandte, mit dem Fahrzeug unterwegs kann man aus Sicherheitsgründen ebenfalls eine Vollkasko abschliessen.

Das Unfallrisiko ist bei Neulenkern weitaus höher, weshalb hier die Vollkasko Sinn macht, ausser wenn das Fahrzeug sowieso schon in die Jahre gekommen ist und keinen hohen Wert mehr hat.

Zusammengengefasst lohnt sich die Vollkaskoversicherung also wenn:

  • Fahrzeug jünger als 5 Jahre ist
  • Freunde und Familienmitglieder oft das Fahrzeug nutzen
  • Neulenker mit dem Fahrzeug unterwegs sind

Sollten die Reparaturkosten höher als der Fahrzeugwert sein, kann die Versicherung beschliessen das Fahrzeug nicht reparieren zu lassen. Folglich wird der momentane Fahrzeug Marktwert, abzüglich Selbstbehalt, ausbezahlt und der Halter kann selbst entscheiden ob er es repariert oder sich ein neues Fahrzeug kauft.

Insassen-Versicherung

Die Insassenversicherung deckt Unfälle für die Personen ab, welche im Auto unterwegs sind. Sollte es zu einem Unfall kommen, kommt diese Versicherung auch für Schäden an den Versicherten auf.

Diese Versicherung wird manchmal auch als Insassenversicherung bezeichnet.

Auf den ersten Blick hört sich das schon mal sehr gut an, jedoch ist diese Versicherung in der Schweiz komplett unnötig.

Denn in der Schweiz ist die Unfallversicherung obligatorisch. Jeder Schweizer Bürger ist also bereits gegen Unfälle versichert.

Ebenfalls sind auch Personen mit einem Schengen-Visum in der Schweiz unfallversicherungspflichtig. Somit ist für die meisten Bürger in der Schweiz, die Insassenversicherung, herausgeworfenes Geld.

Wann ist eine Insassenversicherung sinnvoll?

Der einzige Grund, diese Versicherung abzuschliessen, ist wenn der Versicherte regelmässig Personen, welche nicht in der Schweiz wohnhaft sind, im Fahrzeug fährt.

Bonus-System bei Autoversicherungen

Jeder Versicherer verwendet ein Bonussystem für die Versicherungspolicen.

Die Prämie beginnt in der Regel bei 100%.

Das bedeutet, dass der Versicherungsnehmer 100% der Prämie bezahlt.  Die Art und Weise, wie der Bonus nach oben und unten geht, ist für jede Versicherung unterschiedlich. Jedoch bleibt das Konzept meistens dasselbe.

Wenn der Versicherungsnehmer eine vertraglich festgelegte Zeit lang keinen Unfall hat oder seine Versicherung ein ganzes Jahr lang nicht in Anspruch nimmt, sinkt die Prämie. Hierdurch sinkt die Prämie in der Regel um jeweils um 5-10% durch den Bonus.

Ist der Versicherungsnehmer hingegen in einen Unfall involviert, kann seine Prämie wieder um 5-10% steigen.

Aus diesem Grund kann, falls der Versicherte oft in Unfälle verwickelt ist, die Prämie sogar wieder über die anfänglichen 100% steigen.

Einige Versicherungen haben eine Option namens Bonusschutz. Wählt der Kunde diese Option, erhöht sich die Prämie erst nach dem zweiten Vorfall pro Jahr.

Dahingegen schreiben die meisten Versicherungen eine Mindestprämie von 30-40% vor, denn die Versicherungen bieten keinen kostenlosen Schutz an, nur weil man die letzten 20 Jahre keinen Unfall hatte.

9 Tipps um bei der Autoversicherung zu sparen

Wie kann man bei der Autoversicherung sparen?

Anschaffungskosten, Benzin, Service, etc. alles Kosten welche sich schnell anhäufen können.

Mit diesen 9 Tipps kann man wenigstens bei der Autoversicherung sparen.

1. Autoversicherung zu wechseln.

Die jetzige Versicherung mag vor 5 Jahren, bei Vertragsabschluss, die günstigste gewesen sein.  Hingegen kommt es vor das die günstigste Versicherung, schleichend zur teuersten wird.

Darum unbedingt jährlich vergleichen, sofern nicht eine fixe Vertragsdauer vereinbart wurde.

2. Versicherungsschutz überdenken

Das Auto ist vielleicht nicht mehr das neuste oder der Versicherte hat nun einen Garagenplatz bei der Arbeit und Zuhause erhalten. Aufgrund dessen lohnt es sich vielleicht nicht mehr eine Voll- oder Teilkaskoversicherung aufrecht zu halten.

Überflüssigen Schutz überdenken, kündigen und Geld sparen.

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3. Prämie komplett im Voraus bezahlen

Denn wie bei den Krankenversicherungen, bieten auch die Autoversicherungen Ermässigungen für Versicherte an, welche Ihre Prämien einmal im Jahr im Voraus bezahlen.

Kurz gesagt, dem Versicherten stehen drei Optionen zur Verfügung:

  • Vierteljährlich
  • Halbjährlich
  • Einmal Jährlich

Da es sich meistens nicht um eine beträchtliche Geldsumme handelt, sollte es kein Problem sein den vollen Betrag im Voraus zu bezahlen und somit Prämien zu sparen.

4. Start auf niedrigerer Bonusstufe verhandeln

Beim oben genannten Bonussystem gibt es oftmals frei verhandelbaren Spielraum.

Denn nicht jeder muss bei der 100% Prämienstufe beginnen, oftmals lässt sich auch ein Start bei 80% aushandeln.

Wer sich absichern möchte, kann hierbei auf die günstige Bonusschutzoption zurückgreifen.

5. Auf freie Garagenwahl verzichten

Dies ist mit der freien Arztwahl bei der Krankenversicherung zu vergleichen.

Die Versicherung wählt hierbei die Reparaturwerkstatt in der Nähe und sollte der Garagist des Vertrauens sowieso auf der Liste der Versicherungsgesellschaft vorhanden sein, spart man hierbei Geld ohne dass die Wahl wirklich eingeschränkt ist.

Lässt man den Schaden bei einer anderen Garage reparieren, fällt der Selbstbehalt höher aus.

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6. Nummernschild pausieren lassen

Wer eine Weile nicht mit seinem Auto unterwegs ist, weil er zum Beispiel mit dem Zug unterwegs sein möchte, kann sein Nummernschild eine Zeit lang pausieren.

Für die Zeitspanne, in der das Nummernschild zurückgestellt wird, erfolgt somit Ende Jahr eine Rückerstattung der Prämie durch die Versicherung.

Nun sind nicht alle Versicherungsanbieter gleich. Einige erstatten die gesamten Versicherungsprämien, andere dementsprechend nur einen Teil davon.

7. Mitgeführte Sachen in der Autoversicherung nicht versichern

Wer die Option „einfacher Diebstahl auswärts“ bereits durch die Hausratsversicherung abgesichert hat, kann sich schliesslich die Option „Mitgeführte Sachen“ bei der Autoversicherung sparen.

8. Crash Recorder für Junglenker

Lässt sich der Junglenker einen Crash Recorder oder Fahrdatenschreiber einbauen, gewährt die Versicherungsgesellschaft einen Rabatt.

Der Crash Recorder speichert Beschleunigung, Datum sowie Uhrzeit der letzten 30 Sekunden vor dem Unfall. Hierbei liegt das Sparpotential bei 15%

Ausserdem sammelt der Fahrdatenschreiber kontinuierlich Daten zum Fahrverhalten des Lenkers und übermittelt diese an die Versicherungsgesellschaft. Bei einem guten Fahrprofil liegt das Sparpotential bei bis zu 25%

9. Umweltfreundliches Fahrzeug wählen

Viele Versicherungsanbieter bieten heutzutage einen grossen Rabatt an Fahrzeughalter mit Elektro- oder Hybridmotoren an.

Einige bieten sogar Rabatte für Autos mit niedrigem Verbrauch oder niedrigen Gasemissionen an.

Sparpotential: Bis zu 25%


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