Das klassische Versicherungsmodell bei Krankenkassen mag zwar immer noch seine Daseinsberechtigung haben, trotzdem gehört es in der Schweiz schon fast zum Auslaufmodell. Wieso ist das eigentlich so?

Weshalb man heutzutage mit einem alternativen Versicherungsmodell fast immer besser fährt und welche Aspekte man keinesfalls aus den Augen verlieren darf, zeigt dieser kurze Beitrag auf.

Als Vorteil Nummer 1 ist ganz klar hervorzuheben, dass Krankenkassen Ihren versicherten die exakt selben Leistungen anbieten wie mit dem Standardmodell, jedoch zu einem viel günstigeren Preis.

Denn für den Versicherten ändert sich lediglich die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Fragen, wodurch meist die freie Arztwahl entfällt.

Da die primäre Anlaufstelle im Vorfeld definiert wird, können die Krankenkassen dementsprechend eine bessere Organisation gewährleisten und Kosten sparen.

Da die Krankenversicherung hier in der Schweiz obligatorisch ist, muss gewährleistet sein das diese auch Gesetzlich geregelt ist. Dies geschieht durch das Bundesgesetz für obligatorische Krankenpflegeversicherung (KVG). Deshalb müssen rechtsverbindlich alle Grundversicherungen die gleichen Leistungen erbringen.

Beispiele hierfür sind:

  • Ambulante Behandlungen entweder durch Arzt oder Chiropraktiker
  • Spitalaufenthalt- und Behandlung in der allgemeinen Abteilung des Wohnkantons
  • Gesetzlich anerkannte Medikamente, Labortests (nach Ärztlicher Verordnung)

Somit gilt, günstige Prämien ohne Kompromisse bei den Leistungen.

Die 4 alternativen Modelle bei Krankenkassen

  1. Hausarzt-Modell
  2. Telmed (medizinische Beratung per Telefon)
  3. HMO-Modell (Gesundheitszentren)
  4. Pharma (Partnerapotheken der Krankenkassen als erste Anlaufstelle)

Hausarzt-Modell

Das Hausarzt-Modell stellt die häufigste alternative zum Standardmodell dar, denn die meisten Versicherten würden bei gesundheitlichen Fragen ohnehin zuerst ihren Hausarzt konsultieren.

Wer sich für das Hausarztmodell entscheidet, verzichtet auf die freie Arztwahl, somit kann nicht ein Spezialist auf direktem Weg aufgesucht werden. Da die meisten Menschen sowie nicht wissen, welchen Spezialisten sie für ihr Anliegen aufsuchen müssen, ist dies praktisch kein Nachteil.

Tritt ein gesundheitliches Anliegen auf muss also zuerst der vereinbarte Hausarzt aufgesucht werden. Ausnahmen gelten zum Beispiel für Notfälle, jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen und regelmässige Augenuntersuchungen. Denn der Besuch beim Hausarzt kann hierbei umgangen werden.

Die Krankenkassen legen fest, welche Ärzte im Hausarztmodell als „Hausarzt“ oder Allgemeinmediziner ausgewählt werden dürfen. Diese Ärzte sind entweder an Hausarztnetze angeschlossen oder selbständig praktizierende Ärzte.

Während einige Krankenkassen bestimmte Ärzte auflisten, erlauben andere ihren Versicherten, jeden Hausarzt oder Kinderarzt in der Region der Krankenkasse zu wählen.

Der vom Kunden gewählte Hausarzt ist für dessen medizinische Versorgung verantwortlich. Dieser Arzt wird den Versicherten bei Bedarf an einen Spezialisten überweisen.

Aufgrund dieser gezielten Methode werden Kosteneinsparungen im Vergleich zur Standard-Grundversicherung erwartet.

Kosteneinsparung: 15-20% im Vergleich zum Standardmodell

Wechsel des Hausarztes

Wechsel des Hausarztes ist je einmal pro Jahr, per schriftlicher Mitteilung an die Krankenkasse möglich.

Die häufigsten Wechselgründe sind:

  • Umzug
  • Schliessung der Arztpraxis
  • Vertrauensbruch
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Telmed

Tritt ein gesundheitliches Anliegen auf, muss der Versicherte vor dem ersten Arztbesuch eine medizinische Beratungshotline anrufen. Dort wird man von medizinisch geschulten Experten beraten und erhält hilfreiche Ratschläge.

In vielen Fällen, sofern das gesundheitliche Anliegen nicht weiter schlimm ist, wird Selbstmedikation oder ähnliches empfohlen, wodurch dem Kunden ein Besuch zum Arzt und die daraus resultierenden Kosten erspart bleiben.

Im Falle eines grösseren Anliegens wird der Kunde an einen Arzt, ein Spital oder einen Therapeuten überwiesen.

Während es Telmed-Modelle gibt, bei denen sich der Versicherte zwingend an die Empfehlungen der medizinischen Hotline halten muss, gibt es auch welche bei denen der Versicherte im Anschluss an das Gespräch, selbst die Wahl treffen kann, ob er nun doch einen Arzt aufsuchen möchte.

Wer nicht ganz sicher ist, welche Versicherungen hierbei flexibler sind und eine weniger strikte Regelung haben, kann hier bei uns kostenlos Auskunft einholen.

Versicherte welche die vertraglich ausgemachte Konsultation durch medizinische Hotline umgehen, müssen dementsprechend mit Leistungsverweigerungen und Ausschluss aus der Telemed Versicherung sowie Herabstufung in die Standard-Grundversicherung rechnen.

Kosteneinsparung: 15-20% im Vergleich zum Standardmodell

Die telefonische Beratung vor dem Arztbesuch ist in den folgenden Fällen nicht erforderlich:

  • Notfälle
  • Jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen
  • Regelmässige Augenuntersuchungen

Jedoch muss die medizinische Hotline nachträglich über den Besuch informiert werden, Fristen variieren hierbei zwischen den Krankenkassen.

HMO-Modell (Gesundheitszentrum)

HMO steht für Health Maintenance Organisation. Im Grunde genommen verpflichtet sich der Kunde, bei gesundheitlichen Anliegen, ein im Voraus definiertes Gesundheitscenter aufzusuchen.

Ausnahmen gelten zum Beispiel für Notfälle, jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen und regelmässige Augenuntersuchungen. Denn der Besuch beim Hausarzt kann hierbei umgangen werden.

Was ist eine HMO-Praxis?

Eine HMO-Praxis ist eine Gemeinschaftspraxis, welche nicht nur Hausärzte, sondern im Normalfall auch Spezialisten als auch Therapeuten verschiedenster Fachgebiete angehören. Aus diesem Grund ist oftmals ein sehr breites Spektrum an medizinischen Leistungen gewährleistet.

HMO-Zentren haben ein eigenes Einzugsgebiet. Das heisst, dass jedes Zentrum sein eigenes geographisches Tätigkeitsgebiet hat.

Da es zurzeit noch nicht allzu viele Gesundheitszentren gibt, kann es für Kunden welche weit ausserhalb der Stadt wohnen, häufig nachteilig sein sich für diese Modell zu entscheiden, da oftmals ein weiter Weg für einen Besuch zurückgelegt werden muss. Hat man jedoch solch ein Center gleich in seiner Nähe, fällt dieser Nachteil weg.

Da HMO-Ärzte einen Pauschalbetrag von der Versicherungsgesellschaft, für das Behandeln des versicherten Patienten erhalten, entsteht der Anreiz, nur Behandlungen auszuführen welche der Patient tatsächlich benötigt. Deshalb ist das Sparpotential für Versicherte bei diesem Modell oftmals am grössten.

Kosteneinsparung: Bis zu 25% günstiger im Vergleich zum Standardmodell

Pharma

Ein relativ neues, nicht von allen Krankenkassen angebotenes Modell ist das Pharma-Modell.

Hierbei wählt der Versicherte aus einer Liste von verfügbaren Partnerapotheken der Krankenkasse, die gewünschte Apotheke, welche immer zuerst aufgesucht muss, ausserdem muss hierbei kein Hausarzt aufgesucht werden.

Falls möglich, erfolgt eine Selbstmedikation. Falls die Selbstmedikation nicht zumutbar ist, dann erfolgt eine Überweisung an einen Arzt oder Spezialisten.

Hierzu erhält der Kunde einen Überweisungsschein, welchen unverzüglich er seiner Krankenkasse zusenden muss.

Kosteneinsparung: 15-25% im Vergleich zum Standardmodell

Achtung! Begrenzte Krankenkassen Auswahl für Ausländer

Krankenkassen können Ausländern aus EU-Ländern, Island und Norwegen meistens kein alternatives Versicherungsmodell anbieten, sondern nur das Standardmodell.

Krankenkassen-Modelle Schweiz – Welches ist das Beste?

Das Beste Versicherungsmodell ist jenes, das alle Bedürfnisse zum attraktivsten Preis abdeckt.

Oftmals ist die Bequemlichkeit sowie Zugänglichkeit für die Wahl des Versicherungsmodells ausschlaggebend. Wer seit Jahren schon zu seinem Hausarzt geht und einen guten Kontakt mit ihm Pflegt, wird sich schwer tun einen kompletten Arztwechsel vorzunehmen nur um paar Prozent zu sparen.

Darum muss jeder Versicherte selbst entscheiden welchen Stellenwert Freiheit, Flexibilität, Preis, etc für ihn haben.

Ausserdem ist es wichtig die vertraglich vorgesehene Prozedur genau zu kennen, somit werden diese eingehalten und es kommt nicht zu Leistungskürzungen.

Es gibt immer noch Menschen, die aus Angst schlechtere Leistungen zu erhalten oder zu stark in der Auswahl eingeschränkt zu sein, ein unnötig teureres Standardmodell, obwohl die Leistungen gesetzlich geregelt und überall gleich sind.

Für jeden ist etwas dabei und sollten sich die Lebensumstände ändern, so kann das Modell völlig unkompliziert einmal Jährlich, per Ende Kalenderjahr gewechselt werden.

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